Das hat sie sich anfangs selbst nicht vorstellen können: aber seit sie 1995 den Vorsitz des Vorstands übernahm leitet Ingrid Rathke-Schroeder inzwischen 18 Jahre lang den Stadtverband der ev. Frauenhilfe. Und es macht ihr immer noch Freude. Ans Aufhören denkt die 73 jährige ehemalige Erzieherin aus Melverode darum noch lange nicht. Mit der vier Jahre jüngeren Kathrin Pokorny aus der Südstadt teilt sie sich die Aufgaben.
Gemeinsam planen sie die monatlichen Treffen und die jährlichen Fahrten der Frauenhilfsleiterinnen aus den Gemeinden in der Stadt. Da kommen regelmäßig jeweils um die 20 Personen in Melverode zusammen, um sich mit Bibelarbeiten und oft mit externen Referenten auf die unterschiedlichen Themen vorzubereiten. So nehmen die Teilnehmenden immer neue Anregungen mit für die Gestaltung der Frauenhilfstreffen vor Ort. Und außerdem findet sich da eine gewachsene Gemeinschaft, in der man sich auch in schwierigen persönlichen Situationen gegenseitig beisteht.
Auch Ingrid Rathke-Schroeder selbst hat es als eine große Stärke ihres Verbandes und überaus wohltuend empfunden, als vor einigen Jahren ihr Mann starb. Viele erleben ihre Frauenhilfe als eine tragende Gemeinschaft. Die spöttische Bemerkung, in den Frauenhilfen helfe man sich vor allem selber, zitieren Ingrid Rathke-Schroeder und Kathrin Pokorny schmunzelnd und entkräften sie zugleich mit dem Hinweis auf die vielfältigen Aktivitäten in den Frauenhilfen.
Da werden vielerorts die Gemeindebriefe ausgetragen, Feste organisiert, oder mit großem Einsatz in den Gemeinden sogar Geburtstags- oder Krankenbesuche übernommen. Frauenhilfen tragen demnach sehr aktiv zum Zusammenleben in ihren jeweiligen Gemeinden und Stadtteilen bei, auch wenn das nach außen nicht immer so sichtbar wird. Und wenn mit fortschreitendem Alter die eigenen Kräfte weniger werden, dann ist es keine Schande, wenn man dankbar auch die Hilfe anderer annehmen kann.
Da wird für die Mitglieder der Frauenhilfen ihr christlicher Glaube ebenso praktisch und konkret wie bei der Gestaltung der jährlichen Weltgebetstage, wenn Frauen aus jeweils einem anderen Land die Gebetsordnungen vorbereiten, die dann vor Ort oft sehr aufwändig und liebevoll ausgestaltet und gefeiert werden. Zusätzlich unterstützt der Stadtverband seit langem die Genesungsarbeit für Mütter- und Kinder im Haus Daheim in Bad Harzburg und fördert die Verteilung von Kinderbibeln an getaufte Kinder.
Etwas Hilfreiches für andere bewirken können und dabei selber Gemeinschaft und Heimat erfahren, das sind wesentliche Beweggründe dafür, sich in der Frauenhilfe zu engagieren.
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06.11.2013
Kategorie: Markus-Gemeinde, Markus-Diakonie

