Rund 25 interessierte Gäste folgten der Einladung des Fördervereins Sankt Markus zu einem Vortrag zum Thema: "Mit Talar und Blaulicht". Pastor Hans-Jürgen Brüser referierte über den kirchlichen Dienst in Polizei und Zoll.
Eingangs überraschte der Theologe sein Publikum mit der Frage, welche Aufgabe die Polizeiseelsorge wahrnehme und welches Ereignis zur Gründung dieser Einrichtung geführt habe. Die Antworten machten deutlich, dass in der Öffentlichkeit ein Bild über die Arbeit dieses Dienstes existiert, das mit der Realität wenig übereinstimmt.
Zwar vermutete eine Besucherin, die Betreuung von Polizisten sei ein wichtiges Betätigungsfeld. Doch als Brüser in munterer Manier von seiner konkreten Tätigkeit erzählte, staunten viele nicht schlecht. Denn dass der Pastor die Beamten bei Einsätzen im regulären Schicht- und Streifendienst rund um die Uhr begleitet, vermutete keiner. Die Hauptaufgabe sei die reine Anwesenheit bei polizeilichen Maßnahmen. Es werden keine besonderen Handlungen erwartet, was der Pastor mit dem Ausspruch auf den Punkt brachte: "Ich tue nichts. Ich bin aber da." Das seelsorgerliche Angebot wird von den Polizisten, die durch ihren Beruf nicht selten in besonders schwierige Situationen geraten, gern angenommen.
Konfliktverarbeitung und Krisenintervention gehört auch zu den Aufgaben der Seelsorger. Dabei gehe es aber mitnichten nur um berufliche Probleme, sondern auch um Schwierigkeiten im privaten Bereich. Denn nicht zuletzt die Arbeitszeiten und das Negativ-Image erschweren zwischenmenschliches Miteinander.
Stellvertretend für polizeiinterne Lehrkräfte erteilen die Mitarbeitenden des Kirchlichen Dienstes an der Polizei-Akademie Unterricht im Fach Berufsethik. Als Beispiel nannte Brüser die Auseinandersetzung mit Gewalt; von den Gesetzeshütern wird gemeinhin erwartet, dass sie - notfalls mit der Waffe - für Ordnung sorgen. Auch Staatsbürgerkunde wird von einer Diakonin und drei hauptamtlichen Pastoren erteilt. Dieser Dienst wird erstaunlicherweise nicht vom Land finanziert, sondern von der Konföderation der evangelischen Kirchen in Niedersachsen, in deren Trägerschaft sich die Polizeiseelsorge befindet.
Die Kontaktsuche und -pflege sieht der Braunschweiger Pfarrer als eine weitere wichtige Aufgabe an: "Zwischen dem Beruf des Polizisten und des Pfarrers gibt es viel mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes", ist er überzeugt. Er beschreibt die Bemühungen, Vertreter von Kirche und Polizei auf allen Ebenen zusammenzubringen. Und nicht zuletzt die Öffentlichkeitsarbeit (wozu der Vortrag sicher auch zählt) gehört zu den wichtigen Bemühungen.
In einem Exkurs schilderte Brüser, der dieses Amt bereits seit zehn Jahren ausfüllt, wie der kirchliche Dienst in Polizei und Zoll entand und wie er sich entwickelte. Nach dem Ersten Weltkrieg legten viele ehemalige Soldaten ihre grauen Uniformen ab und zogen statt dessen sogenannte "Grünröcke" an. Diese Begebenheit gilt als Gründung der Schutzpolizei. Bereits 1922 gab es den ersten Polizeipfarrer, der sich bis Hitlers Machtergreifung 1933 um die Seelsorge der Polizeibediensteten kümmerte. Mit Gründung des Landes Niedersachsen 1946 wurde auch der kirchliche Polizeidienst wieder errichtet.
Der Kirchliche Dienst in Polizei und Zoll steht unter einem biblischen Leitwort: "Gott der HERR ist Sonne und Schild" (Psalm 84.12). Sowohl die Sonne als auch der Schild finden sich im Emblem der Initiative. In Niedersachsen werden etwa 3'000 Mitarbeiter und Zivilangehörige der Polizei betreut, es werden ihnen Möglichkeiten zur Begegnung und Kommunikation gegeben. Der braunschweiger Seelsorger nimmt das Supervisionsangebot des pastoralpsychologischen Dienstes wahr, um seinen Auftrag beständig wahrnehmen zu können.
Eingangs überraschte der Theologe sein Publikum mit der Frage, welche Aufgabe die Polizeiseelsorge wahrnehme und welches Ereignis zur Gründung dieser Einrichtung geführt habe. Die Antworten machten deutlich, dass in der Öffentlichkeit ein Bild über die Arbeit dieses Dienstes existiert, das mit der Realität wenig übereinstimmt.
Zwar vermutete eine Besucherin, die Betreuung von Polizisten sei ein wichtiges Betätigungsfeld. Doch als Brüser in munterer Manier von seiner konkreten Tätigkeit erzählte, staunten viele nicht schlecht. Denn dass der Pastor die Beamten bei Einsätzen im regulären Schicht- und Streifendienst rund um die Uhr begleitet, vermutete keiner. Die Hauptaufgabe sei die reine Anwesenheit bei polizeilichen Maßnahmen. Es werden keine besonderen Handlungen erwartet, was der Pastor mit dem Ausspruch auf den Punkt brachte: "Ich tue nichts. Ich bin aber da." Das seelsorgerliche Angebot wird von den Polizisten, die durch ihren Beruf nicht selten in besonders schwierige Situationen geraten, gern angenommen.
Konfliktverarbeitung und Krisenintervention gehört auch zu den Aufgaben der Seelsorger. Dabei gehe es aber mitnichten nur um berufliche Probleme, sondern auch um Schwierigkeiten im privaten Bereich. Denn nicht zuletzt die Arbeitszeiten und das Negativ-Image erschweren zwischenmenschliches Miteinander.
Stellvertretend für polizeiinterne Lehrkräfte erteilen die Mitarbeitenden des Kirchlichen Dienstes an der Polizei-Akademie Unterricht im Fach Berufsethik. Als Beispiel nannte Brüser die Auseinandersetzung mit Gewalt; von den Gesetzeshütern wird gemeinhin erwartet, dass sie - notfalls mit der Waffe - für Ordnung sorgen. Auch Staatsbürgerkunde wird von einer Diakonin und drei hauptamtlichen Pastoren erteilt. Dieser Dienst wird erstaunlicherweise nicht vom Land finanziert, sondern von der Konföderation der evangelischen Kirchen in Niedersachsen, in deren Trägerschaft sich die Polizeiseelsorge befindet.
Die Kontaktsuche und -pflege sieht der Braunschweiger Pfarrer als eine weitere wichtige Aufgabe an: "Zwischen dem Beruf des Polizisten und des Pfarrers gibt es viel mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes", ist er überzeugt. Er beschreibt die Bemühungen, Vertreter von Kirche und Polizei auf allen Ebenen zusammenzubringen. Und nicht zuletzt die Öffentlichkeitsarbeit (wozu der Vortrag sicher auch zählt) gehört zu den wichtigen Bemühungen.
In einem Exkurs schilderte Brüser, der dieses Amt bereits seit zehn Jahren ausfüllt, wie der kirchliche Dienst in Polizei und Zoll entand und wie er sich entwickelte. Nach dem Ersten Weltkrieg legten viele ehemalige Soldaten ihre grauen Uniformen ab und zogen statt dessen sogenannte "Grünröcke" an. Diese Begebenheit gilt als Gründung der Schutzpolizei. Bereits 1922 gab es den ersten Polizeipfarrer, der sich bis Hitlers Machtergreifung 1933 um die Seelsorge der Polizeibediensteten kümmerte. Mit Gründung des Landes Niedersachsen 1946 wurde auch der kirchliche Polizeidienst wieder errichtet.
Der Kirchliche Dienst in Polizei und Zoll steht unter einem biblischen Leitwort: "Gott der HERR ist Sonne und Schild" (Psalm 84.12). Sowohl die Sonne als auch der Schild finden sich im Emblem der Initiative. In Niedersachsen werden etwa 3'000 Mitarbeiter und Zivilangehörige der Polizei betreut, es werden ihnen Möglichkeiten zur Begegnung und Kommunikation gegeben. Der braunschweiger Seelsorger nimmt das Supervisionsangebot des pastoralpsychologischen Dienstes wahr, um seinen Auftrag beständig wahrnehmen zu können.



