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11.05.2011 Kategorie: Markus-Gemeinde

Führung durch 875 Jahre alten Kaiserdom

Königslutter und Marienborn waren Ziel der Frauenhilfe

Auf dem Weg zur St.-Markus-Kirche fielen einige Regentropfen, es war schwülwarm, und Gewitter hatte der Wetterbericht auch angekündigt. Nach und nach kamen die Mitreisenden am 11. Mai gut gelaunt an, um auf die Ankunft des Busses zu warten. Als alle ihre Plätze eingenommen hatten, ging die Reise in Richtung Königslutter los. Ein Gedicht von Erich Kästner lockerte die Begrüßung auf und so manche schmunzelte bei den Worten: "Die Zeit versinkt in einer Fliederwolke. O, gäb es doch ein Jahr aus lauter Mai." Am Kaiserdom angekommen führten zwei Damen in zwei Gruppen die Frauenhilfe durch das frisch restaurierte Bauwerk. Es bot sich Erstaunliches! Der Bauhistoriker Essenwein hatte einige Originalfarben in der Apsis entdeckt und so seine Farbkombination in Rostrot-, Gelb- und Blautönen entwickelt. Über den imposanten Säulen waren herrliche Malereien zu sehen, die die vier Tageszeiten und die vier Elemente darstellten. Einen besonderen Markuslöwen mit Flügeln in Regenbogenfarben konnten die Reisenden entdecken. Im Chorraum sind Engelschöre wunderschön dargestellt. Auf dem Altar steht auf einer Säule ein Kreuz mit einem segnenden Christus. In der Apsiskuppel thront ein großer Christus. Als die Teilnehmenden während der Andacht einen Choral anstimmten, erlebten sie die herrliche Akustik des Doms. Über den Sachsen-Kaiser Lothar III. und seine Gemahlin  Richenza erzählten die Reiseführerinnen viel Geschichtliches. Mit diesen Eindrücken fuhr die Gruppe zum Mittagessen, das schnell serviert wurde und wohlschmeckend war. Dann stand das nächste Ziel auf dem Tagesprogramm: die Gedenkstätte Marienborn. Wieder wurden die Reisenden in zwei Gruppen aufgeteilt mit verschiedenen Schwerpunkten, eine gute Stunde lang führte dieser Exkurs ins Freie. Eine Gruppe wurde an die Passkontrolle geführt. Viele erinnerten sich an die spannungsvolle Atmosphäre, wenn dort vor 1989 bei der Einreise in die damalige DDR  kontrolliert wurde. In einem fensterlosen Raum wurde der Überwachungsmechanismus vor Augen geführt. In der "Garage" wurden die Pkw penibel von einer Grube aus "gefilzt", ob sich ein Flüchtling in einem Schlupfloch des  Autos versteckt hatte. Die andere Gruppe bestieg den "Turm". Hier wurde erläutert, wie der Überwachungsturnus funktionierte, alle entscheidenden Ereignisse konnten von dort aus auf dem gesamten Gelände per Knopfdruck gesteuert werden. Der ehemalige Speiseraum der Stasioffiziere  ist heute  ein Andachtsraum. Das eindrucksvolle Kreuz neben dem Altar ist von oben her geteilt und unten geschlossen. Ziemlich schweigsam verließ die Gruppe diese mitunter unheimliche Stätte. Auf der Rücktour brachten im Kaffeekannen- Museum in Eitzum duftender Kaffee und allerfeinste Konditortorte die fröhliche Stimmung wieder zurück. Zwischen Elm und Asse an gelben Rapsfeldern vorbei fahrend wurde vielen bewusst, wie schön die Braunschweiger Region ist. An der Heidehöhe angekommen, schien immer noch die Sonne! Die dunklen Wolken hatten sich verzogen.

Klaus Pokorny fotografiert

Lothar III., Richenza und Heinrich der Stolze sind im Kaiserdom beigesetzt

Kreuzgang

Kathrin Pokorny während der Busreise

Vier Fotos: Hans-Jürgen Kopkow