Die Zeiten, in denen die Kirche das Sagen hatte, sind vorbei. Was die unredlichen Versuche der Kirche angeht, um der Macht willen andere bevormunden zu wollen, ist das gut so. Jetzt ist das, was die Kirche zu sagen hat, eine Meinung unter vielen.
Das wird zum Beispiel daran deutlich, wie die einen von der Schöpfung und die anderen vom Werden der Welt reden. Ich selbst verfolge mit großem Interesse, was Wissenschaftler über die Anfänge unserer Welt herausbekommen. Vieles davon widerspricht meiner Meinung nach in keiner Weise dem Glauben an den Schöpfer. Warum sollte sich Gott bei der Schöpfung nicht des Urknalls und der Evolution bedient haben? Das ist vorstellbar.
Aber für alle unvorstellbar ist, was eigentlich war, bevor die Welt wurde. Weder mit den Mitteln der Theologie noch denen der Wissenschaft ist es uns möglich, vor den Anfang unserer Welt zu kommen. Wir wissen einfach nicht, was war, bevor in Raum und Zeit wurde, was ist. Und trotzdem fragen wir uns neugierig, wie wir nun einmal sind, immer wieder: Was war da? Und was hält die Welt im Innersten zusammen? Und warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts? Wenn wir schon auf all diese Fragen keine abschließenden Antworten bekommen, was ist dann erst mit der Frage nach Gott?
Manche meinen ja, man müsste als wissenschaftlich denkender Mensch Atheist sein. Muss man? Nein, muss man nicht. Albert Einstein zum Beispiel wollte, wie er sagte, einfach nur wissen, „wie Gott die Welt erschaffen hat." Auf die Frage „Glauben Sie an Gott?" gab er die Antwort: „Ich glaube an ... Gott, der sich in der gesetzlichen Harmonie des Seienden offenbart ..."
Man kann also offensichtlich durchaus beides, glauben und wissen. Es gibt also keinen Grund, warum man nicht fragen dürfte: Inwiefern verdankt sich das Dasein des Universums und damit ja auch mein Leben einer Kraft beziehungsweise Intelligenz, die die Gläubigen Gott nennen?
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08.02.2013
Kategorie: Markus-Gemeinde

