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05.02.2012 Kategorie: Markus-Gemeinde

10.000 Euro hinter Gesangbüchern

Anonymer Wohltäter begünstigt St.-Markus-Gemeinde

Diesmal klemmte der Umschlag mit 10000 Euro in der Kirche der evangelischen St.-Markus-Gemeinde hinter den Gesangbüchern. "Man glaubt es anfangs gar nicht", freut sich Pfarrer Hans-Jürgen Kopkow über dieses weitere "unerwartete Himmelsgeschenk" - das nicht der Himmel, sondern ein anonymer Wohltäter schickte.

Seit November bedachte der oder die Unbekannte Kindergärten, Opferhilfe, Sternsinger, Stadtbibliothek, Lessinggymnasium, Naturhistorisches Museum, den Hilfsverein "Löwe für Löwe" und den seit einem Schwimmunfall schwer behinderten Tom Neumann (14) mit anonymen Spenden. Gestern Abend schließlich wurde bekannt, dass auch die Suppenküche Heidberg mit 10  000 Euro reich beschenkt wurde. Die Gesamt-Spendensumme beträgt inzwischen 120 000 Euro!

"Unsere Kirche steht tagsüber jedem offen", berichtet Pfarrer Kopkow. So habe der anonyme Spender ungesehen in die Kirche gelangen können. Der Pfarrer schließt die Kirche morgens auf und abends zu. Bei einem dieser Gänge entdeckte er am Sonnabendabend den Umschlag, der auf dem Gesangbuch-Ständer hinter den Büchern steckte. Der Inhalt: zwanzig 500-Euro-Scheine.

"Ich weiß gar nicht, wie lange er dort schon lag." Eine Mitarbeiterin habe den weißen Umschlag schon vorher beim Eindecken für das Kirchen-Café am Sonntag gesehen und sich nichts dabei gedacht. "Sie hat ihn nicht geöffnet und wieder zurückgelegt", berichtet Kopkow von dem ungewöhnlichen Fund.

Warum ausgerechnet St. Markus? "Das fragt sich wohl jeder, der eine solche Spende bekommen hat", meint der Theologe, der den Geldsegen am Sonntag schon im Gottesdienst bekannt gemacht hat. "Es war eine große Freude für alle."

Wofür die 10000 Euro verwendet werden sollen, habe der Spender offensichtlich ins Ermessen der Kirchengemeinde gelegt. Der Kirchenvorstand wird darüber entscheiden. Ende Februar kommt er zu seiner nächsten Sitzung zusammen.

Erste Ideen gibt es schon: Der Pfarrer könnte sich vorstellen, mit der Hälfte des Geldes die Wärmedämmung des Gemeindehauses und damit den Klimaschutz zu verbessern. Mit dem übrigen Geld könnte die Kirche Gemeindemitgliedern helfen, die in Not sind.

Wie schon bei der letzten Spende in der vergangenen Woche an die evangelische Kindertagesstätte St.  Stephanus lag auch in diesem Fall kein Artikel unserer Zeitung bei. In der Vergangenheit hatte der anonyme Spender auf diese Weise den gewünschten Verwendungszweck offenbart - ohne sich selbst zu offenbaren. Ob es sich jeweils um denselben Wohltäter handelt, darüber kann nur spekuliert werden.

Pfarrer Hans-Jürgen Kopkow fand den Spenden-Umschlag hinter den Gesangbüchern.

Pfarrer Hans-Jürgen Kopkow fand den Spenden-Umschlag hinter den Gesangbüchern.
Foto: Peter Sierigk,
Braunschweiger Zeitung

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Dieses "Himmelsgeschenk" sandte ein unbekannter Wohltäter.
Foto: Peter Jagla, NDR