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17.06.2013 Kategorie: Markus-Gemeinde, Markus-Diakonie

Diakonisches Projekt in Kwilcz

St.-Markus-Kirchengemeinde unterstützt Beschäftigungsinitiative in Polen

Der Kirchenvorstand von St. Markus hat sich entschlossen, das Pflegeheim im polnischen Nikolaiken nicht mehr zu unterstützen, da der Besuch ergeben hat, dass die soziale Lage für alte Menschen sich in Polen verbessert hat. Der Staat finanziert den Platz im Altenheim und die Medikamente werden von der Krankenkasse nunmehr übernommen. Auf dem Rückweg aus Polen wurde der Reisegruppe ein anderes Projekt vorgestellt. Menschen, die aus den verschiedensten Gründen mit dem Leben und der Arbeitswelt nicht klarkommen, werden in Kwilcz betreut und begleitet, so dass sie in die Lage versetzt werden, am Arbeitsleben teil zu nehmen. Oft sind es die grundsätzlichen Fähigkeiten wie pünktlich, sauber und zuverlässig sein, die vermittelt werden müssen. Der Ort liegt im Powiat Międzychodzki der Wojewodschaft Großpolen. Ähnliche Projekte gibt es in Deutschland auch. Trotzdem hat sich der Kirchenvorstand für das polnische Projekt entschlossen. Vorsitzende Ruth Meeske sagt: "Die polnische Armut geht uns nicht nur als Nachbarn etwas an, sondern unser System ist bei vielen Betroffenen auch der Grund für den sozialen Abstieg. Viele Polen arbeiten teils illegal in Deutschland. Sie pflegen unsere alten Menschen, ernten unseren Spargel, die Erdbeeren, Gurken und Äpfel." Durch eine geringe Entlohnung würden die Preise niedrig gehalten. Sozialversicherung werde meist nicht gezahlt. Wenn diese Menschen aus Krankheits- oder anderen Gründen nicht mehr arbeiten können, fängt sie das polnische System nicht auf; und in Deutschland gibt es sie offiziell nicht. Deshalb sieht St. Markus die Unterstützung dieser Menschen durch das Projekt als diakonischen Auftrag. Benötigt wird Hilfe zur Finanzierung der Sozialarbeiterstellen und des Maschinenparks. Meeske betont: "Besonders überzeugt hat uns die offene und herzliche Aufnahme. Sehr engagierte Mitarbeitende und auch ehrenamtlich Helfende berichten gern und auch mit Stolz über ihre Arbeit." Der Kontakt zur Gemeinde sei erwünscht und Kristina Dorsz, die Projektleitung, würde sich über einen Besuch aus der Markusgemeinde freuen.

Kristina Dorsz und Heinrich Schubert
Foto: Hans-Jürgen Kopkow

Lage von Kwilcz in Polen
Karte: Wikipedia www.wikipedia.de

Beitrag von Ruth Meeske, Kirchenvorstand