Suche

Nachricht

11.10.2009 Kategorie: Markus-Gemeinde

Rückblick: Busfahrt der Markus-Gemeinde nach Eisenach

Besichtigung der Wartburg und Stadtführung

Das Wochenende 10. bis 11. Oktober nutzte eine Reisegruppe der St.-Markus-Gemeinde für einen Ausflug nach Eisenach. Das Jahr 2009 widmete die thüringische Stadt einem hochgesteckten Motto: „Eisenach - die Wartburgstadt. Welterbe, Weltkultur, Weltgeschichte.“ Ingrid Heyer organisierte eine Fahrt, in deren Verlauf die 33 Teilnehmenden viele Eindrücke und Wissen in Hülle und Fülle vermittelt bekamen. Nach einer kurzen Pause in Nordhausen, in der ein Industriegebiet erkundet wurde, fuhr der Reisebus die reiselustigen Gemeindemitglieder in die attraktive Stadt am Rennsteig. Da zunächst die Besichtigung der Wartburg auf dem Programm stand, ließ es sich verschmerzen, dass sich das Wetter nicht von seiner besten Seite zeigte. Nach dem Aufstieg erwartete die Gruppe auf einem etwa 220 Meter über der Stadt gelegenen Felsplateau eine überraschende Mischung aus Romanik, Gotik, Renaissance und Historismus. Keine andere Burg innerhalb Deutschlands kann so viel über die deutsche Geschichte erzählen wie die Wartburg in Eisenach. Eine engagierte Fremdenführerin erklärte den Gästen aus Braunschweig in einem Rundgang durch die exponierten Gebäude zunächst die eindrucksvolle Architektur. Nicht weniger erstaunlich waren die Schilderungen der bewegten Geschichte der Wartburg, die 1067 gegründet und bald darauf zum Stammsitz der Ludowinger Landgrafen wurde. Wichtige historische beziehungsweise sagenhafte Ereignisse im 13. Jahrhundert waren der Sängerkrieg und der Aufenthalt der später heilig gesprochenen ungarischen Königstochter Elisabeth, die als 14jähriges Mädchen mit dem Landgrafen Ludwig IV verheiratet wurde und später, als junge Witwe, ihr Leben in Armut und Demut asketisch den Armen und Kranken widmete. In den Jahren 1521/22 hielt sich der vom Kaiser geächtete und vom Papst gebannte Martin Luther in der Vogtei der Wartburg auf, wo er in einem kargen Raum, der heutigen Lutherstube, lebte und arbeitete. In nur zehn Wochen übersetzte er hier als "Junker Jörg" das Neue Testament aus der griechischen Ursprache ins Deutsche. Weitere bedeutsame Ereignisse waren die Aufenthalte von Goethe im 18. Jahrhundert und das Wartburgfest. Dieses Treffen der deutschen Burschenschaften im Jahre 1817 zählt zu den wichtigen Ereignissen des politischen Vormärz'. Am Abend des ersten Tages trafen die Reisenden schließlich im Hotel "Thüringer Hof" ein. Das harmonische Miteinander von Tradition und Gegenwart, das in Eisenach überall präsent ist, prägt auch das Leben in dieser edlen Unterkunft – mit modernem Komfort und liebevoll gestalteten Details. Die Reisegruppe der St.-Markus-Gemeinde besuchte am Sonntag nach dem Frühstück einen Gottesdienst in der Georgenkirche auf dem Markt. Die Gäste hörten eine "Predigt zur Lutherdekade" von Pfarrer Svatopluk Karásek aus Prag. Der bekannte Theologe, Liedermacher und Politiker legte den Perikopentext, das Gleichnis vom verlorenen Sohn, auf erstaunliche und unerwartete Art und Weise aus. Er bezog die jüngste Geschichte Deutschlands und Osteuropas sowie die Menschenrechte mit in seine (im wahrsten Sinne) entwaffnenden Ausführungen ein. Zwei Stadtführerinnen empfingen die Gäste aus Braunschweig im Anschluss vor der Kirche zu einem Stadtrundgang. Die Eisenacher Innenstadt ist reich an historischen Gebäuden und Museen: das Lutherhaus, der Marktplatz mit Rathaus und Stadtschloss sind einige der bekanntesten Eisenacher Sehenswürdigkeiten. Die Reisegruppe erfuhr daneben Wissenswertes über den Industriestandort, der in diesen Tagen wegen des Automobilbaus (Opel-Werke) häufig in der öffentlichen Diskussion steht. Aber auch die Schauplätze der bekannten ARD-Fernsehserie "Familie Dr. Kleist" (mit Francis Fulton-Smith als Dr. Christian Kleist) wurden bestaunt. Als letzter kultureller Programmpunkt erwartete die Reisenden ein Besuch im Bachhaus in Eisenach. Es ist das erste Museum, das  Johann Sebastian Bach gewidmet wurde. Der berühmte Komponist und Orgelvirtuose wurde 1685 in Eisenach geboren und in der Georgenkirche getauft. Im Musiksaal führte ein Musiker typische Tasteninstrumente vor, auf denen zur Zeit Bachs musiziert wurde. Auf der Rückfahrt legte die Reisegruppe der Braunschweiger St.-Markus-Gemeinde einen Zwischenstopp in Bad Sooden-Allendorf ein. In diesem Kurort im Werratal am Hohen Meißner stärkten sich die Teilnehmenden bei Kaffee und Kuchen, bevor die Rückreise nach Braunschweig fortgesetzt wurde. Am Abend erreichte die Gruppe ihre Heimat wohlbehalten und um viele Eindrücke reicher.
Wartburg über Eisenach

Die Wartburg über Eisenach

Lutherstube

Blick in die
Lutherstube

Stadtführung in Eisenach

Stadtführung in Eisenach

Ingrid Heyer

Organisierte den Ausflug:
Ingrid Heyer