Suche

Nachricht

09.09.2008 Kategorie: Markus-Gemeinde, Markus-Diakonie

Rückblick auf den Vortrag des Leiters der Telefonseelsorge

Pfarrer Jörg Willenbockel informierte über ehrenamtliche Arbeit in Braunschweig

„Mit der Telefonseelsorge verhält es sich so wie mit Coca Cola. Jeder hat davon gehört, aber keiner weiß genau, was drin ist.“ Mit diesem Zitat eröffnete Jörg Willenbockel seine Ausführungen. Der leitende Pfarrer der Telefonseelsorge (TS)  Braunschweig referierte auf Einladung des Fördervereins Sankt Markus im Gemeinderaum der Markusgemeinde.

Nach einem ersten Versuch in New York, der sich mangels Telefondichte nicht durchsetzte, begann die Geschichte der TS mit Pfarrer Chad Varah in England. Er warb 1953 mit Zeitungsinseraten: „Bevor Sie sich das Leben nehmen, rufen Sie mich an.“ Damals also stand die Suizidverhütung im Vordergrund. Das wird auch im Begriff der „Ärztlichen Lebensmüdenbetreuung“ deutlich, wie das erste deutsche Telefonseelsorgeangebot in Berlin 1956 genannt wurde. In den 60er Jahren setzte sich der Begriff der „Telefonseelsorge“ durch. Die TS Braunschweig feierte 2007 Ihr 40-jähriges Bestehen.

Heute widmen sich Telefonseelsorgerinnen und -seelsorger Menschen mit ganz verschiedenen Anliegen. Einsame möchten einfach mal mit jemandem reden. Menschen in bedrängenden familiären Verhältnissen suchen Hilfe, die von den anderen nicht bemerkt wird. Jugendliche treiben ihren Schabernack mit der TS, testen dabei aber nicht selten aus, ob von dort wirklich Hilfe zu erwarten ist. TS ist offen für alle Menschen. Sie ist immer erreichbar, seit 1997 bundesweit unter 0800-1110111 und 0800-1110222. Die Kosten übernimmt die Deutsche Telekom. Seit ein paar Jahren gibt es auch die E-Mail- und Chat-Seelsorge.

Telefonseelsorge ist keine Therapie. Sie besteht im einzelnen Gespräch. Aber Menschen können dabei ihre verschütteten Lebenskräfte wiederentdecken.

TS ist persönliches Gespräch von Stimme zu Stimme, im übrigen aber anonym. Weder sagen die Mitarbeitenden ihren eigenen Namen, noch fragen Sie die Anrufenden danach. Ein TS-Gespräch hinterlässt keinerlei Datenspur.  Die Mitarbeitenden unterliegen der Schweigepflicht.

Der Dienst am Telefon wird fast nur von ehramtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragen. Menschen, die für diese Aufgabe geeignet erscheinen, werden anderthalb Jahre lang ausgebildet und verpflichten sich auf mindestens zwei Jahre zur Mitarbeit. Im aktiven Dienst nehmen sie regelmäßig an sog. Supervisionsgruppen teil. Dort tauschen Sie sich aus und reflektieren ihre Erfahrungen.

Wenn Ihr Interesse geweckt worden ist, informieren Sie sich unter www.telefonseelsorge-bs.de oder lesen Sie die Festschrift „40 Jahre TelefonSeelsorge Braunschweig“.
Pfarrer Jörg Willenbockel

Pfarrer Jörg Willenbockel