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"Die Kirche bleibt im Dorf"
Oberlandeskirchenrat Dr. Mayer betont Vorteile der Strukturreform
Braunschweig (epd). Der Finanzchef der braunschweigischen Landeskirche, Jörg Mayer, hat Kritik an der umfassenden Strukturreform der Kirche zurückgewiesen. „Das System Kirche ist überdehnt und diese Überdehnung kommt vor allem bei unseren Pfarrpersonen an“, sagte der Oberlandeskirchenrat der „Braunschweiger Zeitung“ (8. Mai). Durch die Reformen sollten Pfarrer und Ehrenamtliche entlastet und der Verwaltungsaufwand deutlich reduziert werden.
Die Strukturreform der Landeskirche sieht unter anderem vor, dass die derzeit elf Propsteien zum Januar 2027 zu vier Propsteien fusionieren. Diese könnten dann jeweils aus bis zu vier sogenannten Regionalkirchengemeinden mit jeweils mindestens 10.000 Gemeindemitgliedern bestehen. Hintergrund der angestrebten Reformen sind zurückgehende Mitgliederzahlen und Finanzen der Kirche.
Mayer betonte, dass mit der Reform Kirchengemeinden auf eine regionalere Ebene konzentriert werden sollen. Das Geld bleibe in den regionalen Kirchengemeinden. „Wir wollen nicht das Ehrenamt abschaffen, ganz im Gegenteil.“ Das Engagement könne gestärkt werden, wenn sich Menschen weniger mit Strukturfragen beschäftigen müssten.
Auch Pfarrerinnen und Pfarrer seien zunehmend mit Verwaltungsaufgaben beschäftigt, unterstrich Mayer. Sie könnten durch neue Berufsgruppen mit Zuständigkeiten für Geschäftsführung und Gebäude Zeit für ihre eigentliche Aufgabe erhalten. „Die Kirche ist im Dorf und bleibt im Dorf.“
Der Kritik, die Landeskirche habe im Vorfeld nicht umfassend genug über die geplanten Reformen informiert, entgegnete Mayer, dass es einen so breiten Beteiligungsprozess in der Landeskirche noch nie gegeben habe. In den Propsteisynoden, bei Pfarrkonventen und Versammlungen seien viele Einzelgespräche geführt worden. In nächster Zeit seien vier weitere große Informations- und Dialogformate geplant, im September gebe es einen großen öffentlichen Gemeindekongress.
